Den ehemaligen Verantwortlichen beider Wehren, Josef Kordel aus Ruwer und Josef Konz aus Mertesdorf, ist es zu verdanken das nach der Eingemeindung der ehemals selbstständigen Gemeinde Ruwer im Jahre 1969 nach Trier, das gute Verhältnis dieser Wehren wieder zu beleben. Die anfänglichen Schwierigkeiten räumten beide Wehrführer beharrlich aus dem Wege und organisierten erstmals wieder mit dem Segen ihrer Vorgesetzten, 1977 eine gemeinsame Abschlussübung auf dem Karthäuser Hof im Stadtteil Trier-Eitelsbach. Erfreulich war die Anwesenheit der politischen Mandatsträger und der obersten Führungskräfte der Feuerwehren beider Gemeinden. Alle Gremien fanden diese Art der gemeinsamen kameradschaftlichen Ausbildung gut, was über die Gemeindegrenzen hinweg auch in der Presse großes Echo fand. Dies sollte natürlich nicht die einzige gemeinsame Übung sein. Es wurde vereinbart, einmal im Jahr, und zwar zum Ende eines Übungsjahres diese Übung abwechselnd  in Ruwer, dann in Mertesdorf zu veranstalten.

Nach gut 34 Jahren und 35 gemeinsamen Übungen ist diese Veranstaltung zu einem festen Bestandteil  beider Wehren eines jeden Ausbildungsjahres geworden.

Bei diesen Übungen sind natürlich auch die Alterskameraden eingeladen. Diese freuen sich immer wieder dabei sein zu dürfen, wenn auch nur zum zuschauen und auf den kameradschaftlichen Teil, der anschließend  in dem jeweiligen Gerätehaus stattfindet.

Oft kam die Frage aus unseren Reihen „warum nur bei Übungen und nicht auch im Realfall“.

Es sollten mehr als 34 Jahre nach der ersten gemeinsamen Übung vergehen, bis über alle Grenzen hinweg nicht nur zusammen geübt, sondern auch im realen Einsatzfall, beide Wehren sich hilfreich zur Seite stehen dürfen.

Am 22.05.2011 war es dann doch soweit. Bei einem Großbrand in einer Lagerhalle mit angrenzendem Silo im Fischweg in Ruwer, wurden neben Löschzügen der Stadt Trier auch die Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Ruwer alarmiert. Im Interesse und zum Schutz aller Bürger sollte dies kein Einzelfall bleiben.

 
Im Folgenden sind alle gemeinsamen Übungen/ Einsätze der beiden Wehren nochmals detailliert aufgelistet.

Gemeinsame Übungen und Einsätze LZ Ruwer - FFw Mertesdorf

 

Nr. Jahr Ort Objekt einladende Feuerwehr
1 1977 Ruwer Karthäuser Hof Ruwer
2 1979 Mertesdorf Hof Grünhaus Mertesdorf
3 1981 Ruwer Schule Ruwer Ruwer
4 1982 Mertesdorf Ruwertalhalle Mertesdorf
5 1983 Ruwer Kirche in Ruwer Ruwer
6 1986 Mertesdorf Waldbrand Mülldeponie Mertesdorf
7 1987 Ruwer Duisburger Hof Ruwer
8 1988 Mertesdorf Hof Grünhaus Mertesdorf
9 1989 Ruwer Schule Ruwer Ruwer
10 1990 Mertesdorf Kirche in Mertesdorf Mertesdorf
11 1991 Ruwer Felsenmühle Ruwer Ruwer
12 1992 Mertesdorf Busunternehmen Becker Mertesdorf
13 1993 Ruwer Gebäuder der VG Ruwer Ruwer
14 1994 Mertesdorf Bauernhof Hauptstr. Mertesdorf
15 1995 Mertesdorf Verkehrsunfall am Bürgerhaus Mertesdorf
16 1995 Ruwer Kirche in Ruwer Ruwer
17 1995 Ruwer Hüster Mühle Ruwer
18 1996 Mertesdorf Freibad Mertesdorf
19 1997 Ruwer Hüster Mühle Ruwer
20 1998 Mertesdorf Wohnhaus Hauptstr. Mertesdorf
21 1999 Ruwer Christoffel Düngemittel Ruwer
22 2000 Mertesdorf Bürgerhaus (Baustelle) Mertesdorf
23 2001 Ruwer Felsenmühle Ruwer
24 2002 Mertesdorf Wohnhaus Zur Festung Mertesdorf
25 2003 Ruwer Duisburger Hof Ruwer
26 2004 Mertestdorf Hotel Weis Mertesdorf
27 2005 Ruwer Grundschule Ruwer Ruwer
28 2006 Mertesdorf Kindergarten Mertesdorf Mertesdorf
29 2007 Ruwer Hof Christmann Ruwer
30 2008 Mertesdorf Hofgut Breiling Boorgasse Mertesdorf
31 2009 Ruwer Fa. Raiffeisen Ruwererstr. Ruwer
32 2010 Mertesdorf  Grundschule Mertesdorf Mertesdorf 
33 2010 Mertesdorf  Wohnhaus Kirchgasse Mertesdorf 
34 2011 Ruwer Einsatz Brand Lagerhalle Fischweg  
35 2011  Ruwer Felsenmühle Ruwer
36 2012 Mertesdorf Omnibus Verkehre Becker Mertesdorf
37 2013 Ruwer Karosseriebau Marx Ruwer

Die Häuser unserer Vorfahren waren durch Holzkonstruktionen, strohgedeckter Dächer usw. einem Brande nahezu hilflos ausgeliefert. Die enge Bauweise der Dörfer, bei der die einzelnen Häuser vielfach direkt aneinandergebaut waren, führte in Brandfällen dazu, dass sich das Feuer rasch und ungehindert auf andere Häuser, auf ganze Straßenzüge, ja große Teile der Dörfer übergriff. Was allen Dörfern zu dieser Zeit fehlte, war eine organisierte und rasche Hilfe im Brandfalle. Sie kam erst im 19. Jahrhundert mit der zunehmenden Industrialisierung und Technisierung.

Ein erster Hinweis auf eine Freiwillige Feuerwehr in Mertesdorf ist aus dem Jahre 1883 bekannt, dort wurden in einem Schreiben des damaligen Landrates die bestehenden Feuerwehren aus dem Landkreis genannt. Es waren insgesamt 11, darunter auch Mertesdorf.

Königliches Landratsamt Trier

Der königlichen Regierung beehrte ich mich in Erledigung der nebstehend bezogenen verehrlichen Verfügung gehorsamst anzuzeigen, das in nachbenannten Ortschaften zur Zeit Feuerwehren bestehen: St. Barbara-Löwenbrück Pallien, Zewen, Olewig, Igel, Welschbillig, Schweich, Föhren, Issel, Ruwer, Eitelsbach und natürlich Mertesdorf. In anderen Gemeinden sind die Verhandlungen wegen Bildung solcher Wehren noch im Gange, welche aber aus Anlass der vielen dringenden Dienstgeschäfte der Bürgermeister noch nicht zum Abschluss gelangt sind. Indessen ist dafür Sorge getragen worden, das überall dort wo freiwillige Feuerwehren nicht eingerichtet sind, Brandcorps nach Maßgabe der Feuer-Ordnung vom Juni 1839 errichtet werden.

Der Königliche Landrat

Doch kommen wir zurück in unser Gründungsjahr 1870, wo das Löschwesen im Regierungsbezirk Trier durch die Feuerordnung aus dem Jahre 1837 geregelt war.

Es bestanden in den Ortschaften entweder freiwillige- oder Pflichtfeuerwehren, auch Brandcorps oder Löschkompanien genannt. Für unseren Ort Mertesdorf wurde eine polizeiliche Verordnung erlassen, betreffend der Einrichtung einer Löschkompanie für die Gemeinden Ruwer-Paulin, Ruwer-Maximin, Eitelsbach und Mertesdorf. Also gab es damals eine Pflichtfeuerwehr, überliefert aus dem Jahre 1870.

Freiwillig kamen die Kameraden dann im Jahre 1883, doch es wechselte bis 1922 immer zwischen freiwilliger Feuerwehr und Pflichtfeuerwehr. Das dies so wechselhaft war, lag wohl an den laschen Verordnungen in dieser Zeit.

Verordnung vom 11. März 1850

Sobald Feuer im Orte, oder den benachbarten Ortschaften signalisiert wird. Durch Hornsignal oder Glockengeläute haben sich sämtliche Mitglieder der Löschkompanie an das Spritzenhaus zu begeben und die Befehle entgegen zu nehmen. Außerdem sind die Pferdebesitzer der Ortschaften verpflichtet, bei eintretendem Brande sofort mit ihren Pferden beim Spritzenlokal zu erscheinen und dieselben dem Chef zur Disposition zu stellen. Die Mitglieder der Retter Kompanie haben bei entsprechendem  Brande, wenn sie während des Brandes nicht anderweitig vorteilhaft verwendet werden können, soviel als möglich das Mobiliar der in Gefahr stehenden Gebäude in Sicherheit zu schaffen. Diejenigen Mitglieder, welche bei einer Feuersbrunst oder Übung den Anordnungen des Bürgermeisters, dem Corpsführer oder deren Stellvertreter nicht zur Stelle unbedingt Folge leisten oder wer nicht zur Vertretung seines Postens ohne gehörige Entschuldigung erscheint, wird mit einer Geldbuße bis zu 3 Talern bestraft.

Die Entwicklung der Feuerwehren im personellen auch im technischen Bereich der Ausrüstung schritt voran, wobei man durch Folgen des zweiten Weltkrieges einen erheblichen Einschnitt, sowohl in personeller als auch in ausrüstungstechnischer Hinsicht erlitt. Doch es ging wieder bergauf im Jahre 1950. Die Modernisierung der Ausrüstungsgegenstände hielt auch bei uns seinen Einzug und so bekamen wir im Jahre 1965 unser erstes Tragkraftspritzenfahrzeug und im Jahre 1974 erstmals Atemschutzgeräte um uns gegen das Einatmen giftiger Dämpfe zu schützen. Dann wurde im Jahre 1985 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug angeschafft und im Jahre 1989 bekamen wir einen gebrauchten VW-Bus als Mannschaftstransportfahrzeug. 1991 wurde eine neue Pumpe TS8/8 angeschafft, die unsere technische Ausrüstung vervollständigt.

Am 01.04.1983 wurde erstmals im Gebiet der Verbandsgemeinde Ruwer eine Jugendfeuerwehr mit 9 Jugendlichen gegründet. Man wollte zum einen den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten, zum anderen aber dafür sorgen das immer mehr Jugendliche nach erreichen der Altersgrenze in die Einsatzabteilung der Feuerwehr nachrücken können. Was sich als guten Gedanken herausgestellt hat. Bis heute absolvieren 25 ehemalige Jugendfeuerwehleute ihren Dienst in der Einsatzabteilung der Feuerwehr. Die Jugendfeuerwehr besteht nunmehr seit 27 Jahren.

1992 wurde dann ein Um- und Erweiterungsbau in Angriff genommen. Es legten aktive sowie inaktive Mitglieder der Feuerwehr Hand an. Es entstand somit eine größere Fahrzeughalle die ein weiteres Löschfahrzeug aufnehmen konnte. Außerdem wurde die Inneneinrichtung geschmackvoll ausgestattet so dass sich hier auch Gäste der Feuerwehr wohlfühlen konnten.

Der nächste Erweiterungsbau erfolgte dann 1999. In 2.500 Stunden Eigenleistung, erbracht durch die Mitglieder der Einsatzabteilung, der Altersabteilung und der Jugendfeuerwehr, wurde eine zusätzliche Fahrzeughalle gebaut. Das Fahrzeug für die neue Halle war zu diesem Zeitpunkt natürlich schon bestellt.

Das Löschfahrzeug LF 8/6 wird in Dienst gestellt. Am 29. Mai 2002 wird das Fahrzeug vom Ziegler-Werk in Gingen an der Brenz nach Hause überführt. Von nun an sind wir in der Lage noch schneller und effektiver Hilfe zu leisten. Im Fahrzeug findet nicht nur eine ganze Einsatzgruppe bestehend aus 9 Feuerwehrleuten Platz, ebenfalls führt es 600 Liter Wasser und Ausrüstung für einfache technische Hilfeleistung mit sich. 

Die Aufgaben der Feuerwehr Mertesdorf haben sich von den Anfängen mit den Aufgaben der Gefahrenabwehr bei Feuer weiterentwickelt. So steht heute neben der Brandbekämpfung auch die technische Hilfe bei Verkehrsunfällen in Zusammenarbeit mit den Kameraden aus Kasel oder bei Unwetterschäden im Vordergrund. Zusätzlich ist die Feuerwehr Mertesdorf Schwerpunktfeuerwehr für den Hochwasserschutz in der ganzen Verbandsgemeinde Ruwer.

An der Feier zum 140 jährigen Jubiläum der Feuerwehr Mertesdorf im August 2010, konnten wir dann einen neuen Mannschaftstransportwagen einweihen und seiner Bestimmung übergeben.

Jedes Jahr werden aus Mitteln des Fördervereins einsatztechnische Geräte beschafft. Damit sind wir jederzeit in der Lage, schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Dies wäre nicht Möglich ohne die Unterstützung unserer Mitglieder. Außerdem soll unser, in 2009 erstmal stattgefundenes Viezfest, eine feste Größe im Veranstaltungskalender werden. Die Einnahmen aus der Veranstaltung werden natürlich auch zum größten Teil zum Schutze unserer Bürger investiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Mertesdorf besteht in 2010 aus 11 Frauen und 23 Männern in der Einsatzabteilung, 4 Kameraden in der Altersabteilung und 30 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr. Die Mannschaft wird angeführt von Paul Hammes, einem der jüngsten Wehrführer in der Verbandsgemeinde Ruwer.